Landesregierung möchte „E-Sport“ fördern

Zukünftig sollen Computerspiele, wozu auch sogenannte „Ego-Shooter“ gehören, als sogenannter „E-Sport“ durch die Landesregierung gefördert werden. In einer virtuellen Welt auf anderen Menschen ballern, soll zukünftig als „Sport“ deklariert werden? Hier bekommt der Ausspruch „Sport ist Mord“ eine gänzlich andere Bedeutung. Doch auch wenn man diese Ballerspiele außen vor läßt, ist es schwer vermittelbar, warum Computerspiele zukünftig Sport sein sollen. Die Begründung liefert der Grünen-Politiker Rasmus Andresen: „Videospiele auf höchstem Wettkampfniveau verlangen hohe Konzentration, Zusammenarbeit, Strategiefähigkeit, Schnelligkeit und Ausdauer“.

Der Hintergrund solcher Entscheidungen, ist offensichtlich. Die Akzeptanz für Politik in der jüngeren Generation ist gering und die Wahlbeteiligung niedrig. Mit solchen Beschlüssen möchte man offenkundig diese Akzeptanz steigern. „Wer E-Sport anerkennt, erkennt die Lebenswelten junger Menschen an“, so Andresen weiter.

Bei so viel Kurzsichtigkeit und politischem Kalkül können wir Nationaldemokraten nur mit dem Kopf schütteln. Es ist richtig die „Lebenswelten junger Menschen“ anzuerkennen, aber nicht um jeden Preis. Schon jetzt sitzen 85 Prozent der 12- bis 17-Jährigen laut einer Umfrage der Krankenkasse AOK nahezu drei Stunden täglich am PC oder Smartphone. Das Fernsehen kommt noch dazu. Erst kürzlich hat die Weltgesundheitsorganisation WHO die Videospielsucht als psychische Erkrankung anerkannt und man geht davon aus, daß in Deutschland bereits über 100.000 Jugendliche süchtig sind.

Daß trotz dieser Fakten die Landesregierung Schleswig-Holstein zum „Vorzeigestandort für E-Sport in Deutschland“ machen möchte, ist dem Zeitgeist geschuldet und erschreckend, verdeutlicht aber auch daß die Gesundheit unserer Jugendlichen nicht im Vordergrund zu stehen scheint. Für uns Nationaldemokraten ist das nicht nachvollziehbar, denn schon jetzt leidet jedes siebte Kind in Deutschland an Übergewicht. Kinderärzte empfehlen neben einer gesunden Ernährung auch mehr Bewegung, da ist es ein völlig falsches Signal zukünftig auch Computerspiele als „Sport“ zu bezeichnen und entsprechend zu fördern. Sporthallen und Sportplätze sind teilweise marode und den Sportvereinen haben zu wenig finanziellen Mitteln, um diese zu sanieren. Außerdem fehlt es vielen finanzschwachen Eltern an Geld, um für ihre Kinder Mitgliedsbeiträge in Sportvereinen zu bezahlen und Sportbekleidung zu finanzieren. Hier ist jeder Euro, der für die Förderung von „E-Sport“ aus dem Fenster geworfen wird, sicherlich sinnvoller investiert.

 

Jörn Lemke

Stellv. NPD-Landesvorsitzender

Lübeck, den 10.09.2018

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