Nachdem in Lübeck bereits der Quandtplatz und der Hindenburgplatz ausradiert wurden, fällt nun die Pfitznerstraße der „Entnazifizierung“ zum Opfer. Nach jahrelanger Diskussion hat eine „Expertenkommission“ sich für eine Umbenennung ausgesprochen. Haben wir 75 Jahre nach Kriegsende tatsächlich keine anderen Probleme als vermeintlich „belastete Straßennamen“?
Besonders bezeichnend ist in diesem Zusammenhang, daß auch die AfD-Fraktion in der Lübecker Bürgerschaft der Umbenennung zugestimmte. Sie untermauert damit ihr fragwürdiges Geschichtsbild und ist längst im etablierten Parteiensystem angekommen. Eine solche Partei ist für patriotische Wähler längst keine glaubhafte Alternative mehr!

Sicherlich war Pfitzner kein Gegner der Nationalsozialisten, aber das waren Millionen Deutsche auch nicht, immerhin hatte die NSDAP im Mai 1943 laut Wikipedia 7,7 Millionen Mitglieder. Als Begründung für die Umbenennung führte die Stadtverwaltung einen negativen „Lübeck-Bezug“ an. Der Komponist hatte sich 1933 an einer Unterschriftenaktion gegen Thomas Mann beteiligt, nach dem dieser sich kritisch gegen Richard Wagner geäußerte. Diese Unterschriftenaktion unterzeichnete auch der Komponist Richard Strauss. Ein kleiner Tipp an die Stadtoberen: In Lübeck gibt es auch noch einen Richard-Strauss-Ring. Wir sind gespannt wann dieser Straßenname aus dem Stadtbild verschwindet.

Für uns Nationaldemokraten ist nicht nachvollziehbar, warum jetzt nach so vielen Jahrzehnten Straßen umbenannt werden sollen, an deren Bezeichnung sich bisher kaum jemand gestört hat. Außerdem ist eine Umbenennung immer ein verwaltungstechnischer Aufwand, der für die Stadt zudem mit hohen Kosten verbunden ist. Die „Nazi-Keule“ scheint für bundesdeutsche Politiker auch in diesem Zusammenhang längst zum politischen Kalkül geworden zu sein und jeder, der den Mut aufbringt, sich dazu kritisch zu äußern, wird sofort als vermeintlicher „Nazi“ gebrandmarkt und gesellschaftlich geächtet. Lediglich aus diesem Grund nehmen viele Bürger solche unsinnigen Aktionen wortlos hin.

Bei der Pfitznerstraße wollte man die Bürger mit ins Boot holen und an der Namensfindung beteiligen. Vermutlich wollte man so möglichen Protesten den Wind aus den Segeln nehmen. In der kleinen Straße haben 10 Bürger Namensvorschläge gemacht. Zwei Namen wurden sogar von jeweils zwei Anwohnern vorgeschlagen. Nach Auffassung der Stadt hat die Umfrage allerdings zu keinem repräsentativen Ergebnis geführt, also entscheid man sich für einen vollkommen anderen Namen und lies die Bürgervorschläge unberücksichtigt. Es entsteht der Eindruck, daß eine Bürgerbeteiligung gar nicht gewollt war. Wenn man den Bürgern Mitentscheidung vorgaukelt und dann doch seinen eigenen Willen durchsetzt, braucht man sich über Politikverdrossenheit und sinkende Wahlbeteiligung nicht zu wundern! Wirkliche Basisdemokratie geht anders!

Die „Entnazifizierung“ geht weiter…

Beitragsnavigation